Landesteil: Unterägypten
Von den Beduinen 'Karm Abu Mina' (Weinberg des heiligen Menas) genannten Ruinen von Abu Mena (St.-Menas-Stadt), der im frügen Mittelalter bedeutendsten christlichen Wallfahrtsstätte des Orients und größten bisher bekannten koptischen Stadt, liegen in der Mareotis Wüate, etwa 80 km südwestlich von Alexandria auf halbem Wege Wadi Nautrun. Die weit ausgedehnten Reste wurden im Jahre 1905 von dem Frankfurter Archäologen Carl Maria Kaufmann unter großer internationaler Beachtung wiederentdeckt und seither mit längeren Unterbrechungen, insbesondere während der Weltkriege freigelegt und wissenschaftlich ausgewertet. Die Mehrzahl der bisher gemachten Funde ist im koptischen Museum in Kairo ausgestellt.
Das Schicksal des heiliges Menas ist durch zahlreiche Mythen und Legenden verklärt. Als ägyptischer oder lybischer Legionär stand er zu Zeiten des Kaisers Diokletian in römischen Diensten und fand nach seiner Bekehrung zum Christentum, 296 n. Chr., in Phrygien den Märthyrertod.
Nach einer Überlieferunf wollten seine Kameraden den Leichnam mit den Kamelen in die Heimat überführen. Die Tiere waren am Rande der Wüste nicht mehr zu bewegen. Die Begleiter sahen darin einen göttlichen Fingerzeig und setzten den Toten an dieser Stelle bei.
Um das Grab herum sollen bald 90
Quellen hervorgesprungen sein, deren Wasser alleilei Wunder bewirkten.
Der
Ort wurde schnell Trffpunlt frommer Pilger aus allen Teilen des Nahen Osten. Sie
erhofften hier Heilung von ihren Gebrechen. Das Wasser wurde in werkseigenen
Tonfläschchen mit dem Abbild des heiligen Menas abgefüllt, das sogenannte
Menasfläschchen wurde in die Heimat mitgefürht.
Sicher ist das an der Stelle
der heutigen Gruftkirche eine Grabstätte aus der fraglichen Zeit befand. Im
Laufe der Jahre wurde die Grabstätte mehr und mehr erweitert, gegen Ende des 4.
Jhd. mit einem kleinen Oratorium überbaut. In der ersten Hälfte des 5. Jhd.
wurde diese durch eine erst Baslilika ersetzt, die jedoch schon zu Beginn des 6.
Jhd. der Gruftkirch weichen mußte. Etwa zur gleichen Zeit entstand östlich
anschließend die große Baslilika, ebenfalls über einen älteren Bau.
Nachdem
die heilihen Stätten vermutlich im Gefolge der zunehmenden Islamiesierung seit
dem 7. Jhd. niedergebrannt worden waren, ließ der Patriarch Joseph (830-49) kurz
vor 850 eine neie 5-schichtige Basilika errichten in die große Teile der alten
Kirche einbezogen wurden.
Um die heiliege Stadt entwickelte sich eine
glänzende Stadt "ganz aus Marmor". Ihre große Blüte erlebte die Menasstadt im 5.
und 6. Jhd.
Seit dem 7. Jhd. durch wiederholte Überfälle islamisierter
Beduinen bedrängt, wurde sie um 900 von den Abbasiden geplündert und verwüstet,
erst im 13. Jhd. von den letzten Bewohnern aufgegeben.
Seit dem verfällt die
Stadt und wurde unter dem Sand der Wüste begraben.
| Gruftkirche | -5-schiffige Basilika -38 m lang, 22,5 m breiter Bau -geräumige Krypta mit dem Grab des Heiligen ist 8 m tiefer gelegen und geht 30 Marmorstufen hinab |
| Große Basilika | -wird fälschlich auch Arkadiusbasilika genannt -67m lang, 32m breiter dreischiffiger Hallenbau mit dreischiffigen 50 m langen und 20m breitem Querhaus |
| Baptesterium | -westlich der Gruftkirche -5./6. Jhd., mit einem großen marmornrn Stufenbecken -wurde auch mehrfach erneuert |
| Nordbasilika | -in Mitten eines Friedhofes, 7.-9. Jhd. -dreischiffig -westlich ist eine Atrium -diente wohlmöglich als Residenz des Patriarchen, während seines Aufenthaltes in Abu Mena -neben dem rechten Seitenschiff eine zierliche Taufkapelle |
| Ostkirche | -liegen am Stadtrand die Reste -an Westseite ist eine Atrium angefügt |