Die Tempelanlage ist von einer hohen Ziegelmauer umgeben. Diese besteht aus mehreren Tempeln.
Norden: Tempelpalast, erbaut von Eje und Haremhab
Süden: Totentempel Ramses' III., Gesamtfläche: ca. 7000 m²
Osten: Tempel, erbaut von Hatschepsut und Thutmosis' III.
Medinat Habu bedeutet: "Die Stadt von Habu"
Der Ursprung des Namens ist unbekannt.
Nach einer Hypothesse, gehört "habu" zu dem Wort "hbw", das Ibis meint. Das Wort "habu" kann auch von "Hapu" abgeleitet sein, da ganz in der Nähe der Totentempel Amenophis', Sohn des Hapu, des Berühmten Baumeisters Amenophis' III. steht.
Während der XX. Dynastie war Medinet Habu das Verwaltungszentrum des Westens von Theben, sowie Treffpunkt der Arbeiter und Hamdwerker von Deir el-Medina. Die Ausgrabungen in Medinet Habu begannen im Jahr 1859.
Medinat Habu ist der besterhaltene Totentempel in Theben-West. Er diente nicht nur der Verehrung der Götter und Ramses' III., sondern war auch ein wichtiges Verwaltungszentrum im Reich.
Der Priester Butehamun, barg königliche Mumien aus geschändeten Gräbern und ließ sie an einen neuen, geheimen Ort wieder beisetzen. Eine erneute Schändung konnte so vermieden werden.
Ein 22 m hoher Torbau innerhalb einer 17 m hohen Umfassungsmauer lässt den Besucher in das heilige Areal ein.
Die Rämlichkeiten im Torbau dienten dem privaten Aufenthalt des Pharaos.
Der Eingangspylon mit seinen charakteristischen Nischen für die Flaggenmasten zeigt das unvermeidliche Relief aller ägyptischer Tempel, das Niederschlagen der Feinde.
Der Pharao hält den Gegnern beim Schopf gepackt und schlägt, mit der Keule weit ausholend, auf ihn ein -ein Steinbild für die Herstellung der kosmischen Ordnung. Texte preisen die Taten des Herrschers, es folgt eine Aufzählung der unterworfenen Völker und Schlachtenschilderungen aus den Kämpfen gegen die Libyer.
Der erste Hof hat eine Größe von 33 x 42 m. Hier sieht man Ramses' III., wie er vor verschiedenen Gottheiten betend und opfernd tritt.
Der zweite Hof ist mit 38 x 42 m fast gleich groß wie der erste. Zu Beginn der Christianisierung richteten die die Gläubigen eine Kirche ein.
Hinter der Südwand des ersten Hofes, die als Fassade für den königlichen Palast diente, erkennt der Besucher gut die Fundamente der einstigen Räumlichkeiten, so den Audienzsaal mit dem Thronpodest, das Schlafzimmer des Herrschers, Toilette und Bad, schließlich die Gemächer der Königin und die Räumlichkeiten ihrer Damen. Der Palasthof diente den Mitgliedern des königlichen Haushaltes zur angenehmen Kurzweil.