Totenkult - Mumifizierung III
Künstliche Mumien

:: 1. Der Tote wurde zunächst gereinigt mit Wein und Gewürzen.
Anschließend wurden alle Körperteile die schnell verwesen, entfernt. Mit einem
langen Eisenhaken entfernte der Balsamierer das Gehirn, indem er ihn durch die
Nase führte. Anschließend wurde der Körper durch einen seitlichen Schnitt
geöffnet und die Organe Lunge, Magen, Leber und Gedärme entfernt. Die Nieren
blieben im Körper. Wahrscheinlich kannte man deren Funktion noch nicht so
genau.
:: 2. Der Tote wurde nun mit einem stark austrocknenden Salz gefüllt, dem
Natron und anschließend 70 Tage damit bedeckt. Der Leichnam wurde auf einen
schrägen Balsamiertisch gelegt und die austretende Flüssigkeit aufgefangen um
sie später mit dem Toten beigesetzt.
:: 3. Während des Austrocknens, wurden die
inneren entnommenen Organe ebenfalls mit Natron getrocknet, anschließend mit
Leinenstreifen umwickelt und in kleine Mumienförmige Särge den Kanopen gelegt
diese bewahrte man in einem vierteiligem Schrein auf. Kanopen bestanden aus
Alabaster und waren nur für sozial hoch angesehen Menschen bestimmt. So z.B. dem
Pharao. Die Einbalsamierung war sehr teuer und kostete das Dreifache eines
Monatslohnes, so mussten einfache Bürger schon sehr früh mit dem Sparen beginnen
um sich eine Mumifizierung leisten zu können.
:: 4. Kopf und Körper wurden mit
Leinentüchern umwickelt, die mit wohlriechenden Ölen getränkt wurden, was wohl
aber mehr religiösen Gründen galt, als das sie der Konservierung der Mumie
diente. In die Leinen wickelte man um die 150 Schmuckstücke mit ein. Besonders
wichtig war dabei das Anch Zeichen, welches den Pharao auf dem Weg ins Jenseits
schützen sollte. Der gesamte Körper wurde mit 375 m² Leinen umwickelt in
mehreren Lagen um die Mumie, bis der Tote seine ursprüngliche Größe
wiedererlangt hatte. Das war eine schwere Aufgabe und nahm um die 2 Wochen in
Anspruch. Im Alten Reich legte man großen Wert darauf, die Gliedmaßen der Mumie
alle einzeln zu wickeln und ihr dadurch ein "handlungsfähiges" Aussehen zu
verleihen. Im Mittleren Reich wurden so viele Leinentücher an und um die Mumie
gelegt und diese dann wieder mit schmalen Bindenstreifen umwickelt, so dass sie
wie ein Kokon aussah.
:: 5. Nachdem die Mumie kunstvoll umwickelt war, wurde der
Kopf mit einer Porträtmaske bedeckt, damit die Seele den Toten wieder erkennen
konnte. Die Mumie legte man in einen Sarg der wiederum von einem Sarg umgeben.