
In der christlichen Religion geht die Seele nach dem Tod in den Himmel und der
Körper zerfällt. Bei den alten Ägyptern war ein Leben nach dem Tod ohne Körper
nicht möglich. Denn ein zerstörter Körper wurde im Jenseits von Ba nicht erkannt
und so konnte man im Jenseits nicht weiter existieren.
Der Totenglaube war von
zwei Vorstellungen geprägt. Von der Fortdauer im Gedächtnis der Hinterbliebenen
und dem ewigen Leben derjenigen, die das Totengericht bestanden hatten.
Die
Bilder und Reliefs an den Wänden in einer Grabkammer stellten das Leben des
Herrn dar und dienten dem individuellen Fortleben des Toten.
Totengericht
Um
ins Jenseits zu kommen musste eine Prüfung bestanden werden. Anubis und Thot
standen an der Waage. Auf der einen Seite der Waage befand sich eine Feder
(Symbol der Maat (Göttin der Wahrheit und des Rechtes)) auf der anderen Seite
das Herz des Verstorbenen. Der Verstorbene sprach das negative Bekenntnis. Hatte
alles seine Richtigkeit blieb die Waage im Gleichgewicht. War das Leben nicht
Gottgefällig senkte sich die Waage zu Ungunsten des Verstorbenen und er wurde
von einem krokodilköpfigen Ungeheuer (Ammut) verschlungen. Thot protokollierte den
Verlauf des Totengerichts. Der Gott "Osiris" war der oberste Richter. Drei Dinge
konnte man den Verstorbenen ins Grab mitgeben, um ihm die Totenprüfung und das
Leben danach zu erleichtern: das Totenbuch, den Herzskarabäus und viele
Uschebtis. Im Totenbuch standen viele Texte, mit denen man die Götter von
seiner Unschuld überzeugen konnte. Der Skarabäus war ein Käfer und wurde in
Ägypten als Verkörperung des Sonnengottes Re verehrt. Man konnte den Skarabäus
anstelle seines Herzens auf die Waagschale legen. Der Skarabäus enthielt eine
Aufstellung aller guten Taten des Verstorbenen, die schlechten Taten hingegen
verschwieg er.